Fahrgestelle (Chassis) |
Ein Fahrgestell (Chassis) besteht aus dem Rahmen, den Rädern, dem Triebwerk, den Bremsen, der Kraftübertragung, den Achsen, der Lenkung und der Aufhängung.
Das Fahrgestell des Citroën 5HP ist aus kalt gepressten 3mm Stahlträgern (U-förmig) zusammengenietet. Um Verwindungen der Längsträger zu vermeiden, wurde die Form eines Trapezes gewählt.
Es wurden zwei Fahrgestell-Typen fabriziert:
| Fahrgestell | Motor | Ungefähre Bauzeit | Ungefähre Serie-Nr. |
|---|---|---|---|
| Typ C2 (kurzes Chassis) | Batteriezündung | März 1922 bis September 1922 | 1 bis ca. 5000 |
| Magnetzündung | Oktober 1922 bis September 1923 | ca. 5000 bis ca. 18000 | |
| Typ C3 (langes Chassis) | Magnetzündung | Oktober 1923 bis Mai 1926 | ca. 18000 bis 76000 |
Fahrgestell Typ C2 |
Ende 1921 bis September 1922:
Die offizielle Serienproduktion begann im März 1922 im eigens
für den 5HP eingerichteten Werk Levallois. Es ist durchaus
möglich, dass vorab einige Fahrzeuge im Hauptwerk am Quai de
Javel hergestellt wurden.

Die ersten ca. 3500 Fahrzeugen (bis Sommer 1922) wurden mit einer
Motorhaube mit 3 Lüftungsschlitzen und mit einem fest
kombinierten Kühler, bei dem die unteren Befestigungslaschen
aussen angenietet sind, ausgerüstet. Beim Citroën-Emblem auf
dem Kühler sind die Chevron-Pfeile blau auf vernickeltem Grund.
Aus fabrikationstechnischen Gründen wurde ab Mitte 1922 der
Kühler getrennt in ein Kühlelement und einer vernickelten
Kühlerhaube ausgeführt. Das Citroën-Emblem auf dem Kühler
erhält ab diesem Zeitpunkt vernickelte Chevron-Pfeile auf einem
blauen Hintergrund.
![Fahrgestell Typ C2 [L67]](../../images/mod/Chassis_typ_C2_1.jpg)
Bild 1-1: Fahrgestell Typ C2 (1. Ausführung mit Motor mit Batteriezündung)
Merkmale:
| Rahmen | 4 Querstreben (Traversen), hinten offen |
| Radstand | 2.25 m |
| Zündung | Batteriezündung (DELCO) |
| Bremsen | Getrennt |
| Anzahl Federblätter | Vorne 5, hinten 7 |
| Raddimension | 700x80 |
| Lochkreisdurchm. für Radbefestigung | 100mm |
Motor mit DELCO-Batteriezündung:

Bild 1-2: Motorraum von der rechten Seite

Bild 1-3: Motorraum von der linken Seite
Oktober 1922 bis September 1923:
Wie der kleine
Beizettel im Katalog vom Spätsommer 1922 belegt, wurde das
Modell 1923 mit einer Magnetzündung ausgerüstet. Der genaue
Grund für diesen Wechsel ist in keinem offiziellen Bulletin
dokumentiert. Es wird aber angenommen, dass die Zuverlässigkeit
der Batteriezündung den Anforderungen nicht genügte.

Bild 2-1: Fahrgestell Typ C2 (2. Ausführung mit Motor mit Magnetzündung)
Merkmale:
| Rahmen | 4 Querstreben (Traversen), hinten offen |
| Radstand | 2.25 m |
| Zündung | Magnetzündung |
| Bremsen | Getrennt |
| Anzahl Federblätter | Vorne 5, hinten 7 |
| Raddimension | 700x80 |
| Lochkreisdurchm. für Radbefestigung | 100mm |

Bild 2-2: Motor von Seite Anlasser

Bild 2-3: Motor von Seite Vergaser
Fahrgestell Typ C3 |
Oktober 1923 bis Mai 1926:
Beim Modell 1924 wurde eine Änderung am Rahmen vorgenommen.
Dabei wurde das Chassis verlängert und über der Hinterachse
entsprechend hochgezogen und hinten durch eine Traverse
geschlossen. Der Achsabstand wurde um 10 cm auf 2.35m
verlängert. Dieses Fahrgestellt wurde bis zum Produktionsende
ohne grössere Modifikationen eingesetzt.
Alle Fahrgestelle wurden ab Juni 1924 mit den von MICHELIN
eingeführten Niederdruckreifen "Comfort"
(Ballonreifen) und den entsprechenden Wulstfelgen (715x115)
ausgestattet. Das Kühlsystem wurde ab 1. Juni 1925 (ab Serie-Nr.
58517) durch einen Ventilator verbessert.

Bild 3-1: Fahrgestell Typ C3 (Sicht von oben)
Merkmale:
| Rahmen | 5 Querstreben (Traversen), hinten geschlossen |
| Radstand | 2.35 m |
| Zündung | Magnetzündung (RB) |
| Bremsen | Getrennt (ab 1926 gekoppelt) |
| Anzahl Federblätter | Vorne 6, hinten 8 |
| Raddimension | 700x80, ab Mitte 1924 715x115 |
| Lochkreisdurchm. für Radbefestigung | 100mm (später 130mm) |

Bild 3-2: Motor mit Ventilator